TCM Diätetik: Dojozeit Vorherbst
In der traditionellen chinesischen Medizin und Diätetik werden die Dojotage zwischen den Jahreszeiten für eine entlastende und entschlackende Fastenkur benutzt. Hier geht es um Gesundheitsprophylaxe, einem zentralen Stellenwert der chinesischen Medizin. Wir versuchen mit dem rechten Maß der Dinge Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen. Ganz nach dem Motto: Lebe Dich gesund.
Die Dojozeit Vorherbst vom 28.07. - 14.08.23 ist die Übergangszeit zwischen Sommer und Herbst. Für viele Menschen ist dieser Jahreszeitenwechsel deutlich einschneidender in der Befindlichkeit von Körper, Geist und Seele spürbar. Sich vom Sommer zu verabschieden fällt den meisten schwieriger, als zum Beispiel den Frühling oder Winter hinter sich zu lassen. Nach chinesischer Medizin wechseln wir vom Element Erde zum Element Metall. Dem Metall-Element sind die Organe Dickdarm und Lunge zugeordnet.
In der Dojozeit Vorherbst stehen also Fastenkuren für Lunge und Dickdarm auf dem Programm. Geeignete Getreidesorten speziell für den Herbst sind Reis und Hafer. Hirse eignet sich für alle Dojozeiten und somit drehen sich die Rezepte für die 18 Dojotage zwischen Sommer und Herbst hauptsächlich um Reis, Hafer und Hirse. Ohne hungern zu müssen, kannst du Dir und Deinem Dickdarm mit leckeren Mahlzeiten beim Loslassen helfen und Dich von Toxinen befreien, die gerne in den Zotten des Dickdarms festsitzen. Rundkornreis reinigt Feuchte Hitze im Dickdarm. Symptome hierfür könnten Verstopfung, klebriger stinkender Stuhlgang, Candida, Hautunreinheiten, chronische Bronchitis oder chronische Nasen-Nebenhöhlen-Entzündung sein. Hirse ist ebenfalls dafür bekannt, pathologische Feuchtigkeit aus dem Gewebe zu spülen. Cellulite ist zum Beispiel ein Symptom dafür. Während einer Dojo Fastenkur wird empfohlen, auf Zucker, Süßigkeiten, Backwaren, Softdrinks, Chips, Weizenmehl, Tiefkühlkost, Fertiggerichte, Frittiertes und Alkohol zu verzichten.
Passende Gewürze für den Herbst sind Anis, Kurkuma, Zimt, Vanille, Fenchel, Kümmel, Kreuzkümmel oder Muskatnuss. Die leicht wärmende Wirkung dieser Kräuter unterstützt die Verdauung. Es ist ratsam, sie sparsam einzusetzen, in Form von Prisen oder Messerspitzen. Birnen sind das Obst für die Lunge. Sie befeuchten und wirken somit der pathologischen Trockenheit des bevorstehenden Herbstes entgegen. Deinen Hirsebrei zum Frühstück könntest Du also mit einem Birnenkompott verfeinern. Ein ebenfalls von mir geliebtes Rezept ist gebackener Haferflockenauflauf. Mit Beeren, Birnen, Pflaumen oder Pfirsichen für mich eine echte Köstlichkeit zum Frühstück. Mittags gibt es in der Vorherbst Dojozeit gebackenen Kürbis vom Blech mit Reis und frischen Sprossen als kleinen Beilagensalat. Weitere Gemüsevariationen aus dem Ofen könnten Fenchel, Blumenkohl, Rettich, Chinakohl oder Staudensellerie sein. Für den Abend empfehle ich eine Misobrühe mit Algen, ein wenig Reis und Gemüseinlage. Am besten vor 19 Uhr genießen. Danach ist das Verdauungssystem im Feierabend und freut sich, wenn es aufgrund eines späten Dinners nicht in die Verlängerung geht.
Zusammenfassung bevorzugte Lebensmittel Dojozeit Vorherbst:
Getreide: Reis, Hafer, Hirse
Gemüse: Fenchel, Blumenkohl, Rettich, Chinakohl, Staudensellerie
Obst: Birnen, Pflaumen
Proteine: weiße Bohnen, Tofu, Bio-Huhn als Gewürz-Dosis
Gewürze: Anis, Kurkuma, Zimt, Vanille, Fenchel, Kümmel, Kreuzkümmel, Muskatnuss
Für die Dojozeit stehen einfache Rezepte und eine simple Zubereitungsart im Fokus. Reis mit zwei bis drei Sorten Gemüse, ein paar Proteine (10%), ein paar Sprossen und vielleicht eine Gabel fermentiertes Gemüse dazu – fertig. Wer mehr will, liest in meinem Blogbeitrag Congee Power alles zum Thema Wasserreis und legt in der Dojozeit Vorherbst neben den simplen Getreide-Gemüse-Gerichten als krönendes Highlight den einen oder anderen Congee-Fastentag ein. Ich wünsche Dir viel Spaß beim Entschlacken und Loslassen.